Donnerstag, 13. November 2014

Noch mehr Einheimische





Mein Meister


Es ist an der Zeit, dass ich endlich mal ein wenig über den Mann berichte, der ein Hauptgrund war um wieder nach Grenada zurück zu kehren. Er ist schon etwas älter, wie alt genau weiß ich nicht und ich schätze er ist älter als er aussieht (ein kleines Phänomen auf dieser Insel!). Er hat eine ruhige, sehr leise Stimme, ist kleiner als ich und wahnsinnig charismatisch. Er sieht unglaublich gemütlich und freundlich aus und wenn man sich einen Meister in mehreren Kampfsportarten vorstellt, hätte man mit Sicherheit ein anderes Bild vor dem geistigen Auge. Sensei ist unglaublich und wurde sogar noch viel unglaublicher, als ich endlich mal ein bischen was von seiner Geschichte erfahren habe. Alle die mich gefragt haben, was es denn für ein Kampfsport ist, den ich hier trainiere konnte ich ja nie so genau antworten, da es ein Mix ist. Stimmt auch. Es ist SEIN Mix. Er hat Black Tiger Martial Arts gegründet und den Mix zusammengestellt. Dafür hatte er aber vorher fünf (in Zahlen: 5!!!) Kampfkünste gelernt! Aikido, Jiu Jitsu, Karate, Wing Tsun und die fünfte war so speziell, die konnte ich mir nicht merken, irgendwas mit Okinawa. Ach ja, Waffentechniken hat er mal eben von einem direkten Schüler Bruce Lees gelernt. Und nachdem er sich das alles angeguckt und gelernt hatte, hat er sich dazu entschieden, dass ein Mix aus all dem am sinnvollsten wäre. Nicht schlecht, oder? Der Mann ist ein Knaller! Also, falls mal wieder jemand fragt: ich traniere Black Tiger Martial Arts, quasi eine grenadinische Kampfsportart :)

Hmm, gute Frage

Vor ein paar Wochen hat mich ein Bekannter aus der Schulzeit gefragt, wie ich es anstelle, mich die Hälfte jeden Jahres im Ausland rumtreiben zu können.
Meine Reaktionen darauf waren auch für mich interessant.
Zuerst einmal ist mir bewusst geworden, dass es auf die letzten Jahre wirklich zutrifft. Zum anderen wurde mir dadurch bewußt, dass das genau das ist, was ich immer wollte!
Und natürlich wurde mir auch wieder schlagartig bewusst, dass ich meinen Lebenslauf Karrieretechnisch eher in die Tonne treten kann und mir schon mal gute Begründungen für das nächste Bewerbungsgespräch in Deutschland überlegen muss. Natürlich kam dann auch gleich der Gedanke, ob ich mir damit nicht jegliche Chancen auf einen Job oberhalb eines Kellnergehalts endgültig verbaut habe. Aber wie mir meine Mädels immer wieder so schön sagen: “ Na und? Wenns Spaß macht?” Und mit den Mädels im Cafe hatte ich eine Superzeit und da schwirren ja auch noch ein paar Ideen im Raum ;)
Aber insgeheim hoffe ich natürlich darauf, dass es irgendwo noch ein oder zwei Chefs gibt, die Lebenserfahrung und Abenteuerlust und alles was das mit sich bringt zu schätzen wissen. Früher oder später werde ich es wohl herausfinden.

Dienstag, 4. November 2014

Panik macht sich breit

Danke für eure lieben Reaktionen! Wie ich die Absage verkraftet habe? Noch gar nicht. Momentan hoffe ich noch, dass ich die Zusage für nächsten Sommer bekomme, aber ob ich die bekomme steht in den Sternen. Ansonsten hat sich Jobtechnisch auch noch nichts ergeben und langsam aber sicher breiten sich Panik und Verzweiflung aus. Habe mittlerweile auch schon jegliche Scham verloren und frage einfach jeden, selbst neuste Bekanntschaften, ob sie nicht eine Idee oder Beziehungen hätten. Soweit noch erfolglos. Ansonsten habe ich mit zwei Touranbietern gesprochen und fahre gerade schon Touren mit um zu sehen, wie die ablaufen. Wenn ich mich nicht total bescheuert anstelle, nehmen die beiden mich in ihre Liste von Tourguides auf für Bustouren über die Insel (wenn Kreuzfahrtschiffe anlegen). Da ich aber nicht weiß, wieviele Touren ich dann wirklich machen werde, ist das kein Job von dem ich alleine leben könnte, sondern nur ein Nebenjob der das Gehalt aufbessert.

Währenddessen läuft es im Training immer besser, was die Panik nur noch mehr schürt, weil ich diese Klasse einfach nicht verlassen will! Es gibt keine Woche, in der ich nicht mit neuen blauen Flecken nach Hause komme und mir am Tag nach dem Training alles weh tut. Klingt jetzt vielleicht nicht besonders erstrebenswert, ist aber ein gutes Gefühl. Letze Woche war es besonders hart, da war für mich Bootcamp angesagt weil es auf eine Gurt-Prüfung zugeht. Zig (hunderte) Wiederholungen, nur kurze Pausen und kein Pardon. Teilweise liefen mir einfach nur die Tränen vor Schmerzen, aber irgendwie ging's dann doch. Allerdings war ich danach 5 Tage nicht in der Lage meine geraden Bauchmuskeln zu trainieren oder mich entspannt zurück zu lehnen, das war eher ein ungraziöses Fallen... Gestern war es das Training allerdings eine einzige Katastrophe, da leider die Gelenkschmerzen wieder aufgelebt sind und diesmal in allen wichtigen Gelenken auf der rechten Seite, was natürlich wenig hlifreich ist, wenn man sich geschmeidig bewegen soll... Falls ich es noch nicht oft genug erwähnt habe: Scheiß Chikungunya!!! Zwischenzeitlich war es sogar mal recht gut, da hatte ich tagsüber kaum Probleme. Hat leider nicht lange gehalten. Meinen Inseleltern geht es auch noch nicht besser. Handel hat dermaßen geschwollene Füße und Knöchel und quält sich mit dem Virus schon über 2 Monate herum, der ist kurz davor sich Steroide verschreiben zu lassen. Die akute Phase scheint generell rum zu sein, kann aber auch daran liegen, dass es schon fast jeder hatte. Fieber und Arbeitsausfälle kommen also nur noch vereinzelt vor, Probleme mit irgendwelchen Gelenken haben die meisten. Seufz.